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01.10.09 19:27 Alter: 339 days

Exkursion zu den Ford-Werken

 

 

Schülerinnen und Schüler der AJM beobachten „Hochzeit“ auf dem Ford-Gelände

 

Die Veranstaltung zum Thema Neue Technologien und Projektmanagement von Christof Kellerwessel, Chefingenieur der Elektrik- und Elektronikentwicklung bei Ford, steht alljährlich auf dem Stundenplan der AJM. Meistens bringt er dabei ein nagelneues Modell eines Ford-Vorführwagens mit ans Norbert-Gymnasium. Damit wir aber nicht nur immer die neuesten Entwicklungen bei Ford als „Fertigmodelle“ präsentiert bekommen, lud Herr Kellerwessel uns in die Produktionshallen der Ford-Werke in Köln Niehl ein.

 

Am 25.09.2009 wurde unsere AJM Gruppe, 28 Schülerinnen und Schüler in Begleitung von Herrn Zanders und Frau Kessen um 16 Uhr von Herrn Kellerwessel am Tor 3 empfangen. Die Werksführung begann mit einer kurzen Information zu den Ausbildungsmöglichkeiten im Unternehmen Ford. Danach bestiegen wir den werkseigenen Zug und erreichten nach einigen Minuten Fahrt das Besucherzentrum des Geländes. Dort wurden wir bei Kaffee und Tee mit einem Einführungsfilm über die Geschichte des Werkes auf die ca. vier Kilometer lange Tour durch die Produktion eingestimmt. Wir erfuhren, dass seit 1931 in Köln-Niehl Automobile von Ford hergestellt werden; heutzutage umfasst die Produktion u.a. das Ford Fiesta und Ford Fusion Modell. Bemerkenswert ist, dass von 1979 bis heute mehr als 5,3 Mio. Ford Fiesta hier vom Band gelaufen sind. Außerdem war Ford der erste Automobilhersteller, der den Airbag in Serie eingesetzt hat.

 

Nach der kleinen Stärkung ging es mit dem Besucherzug im Schritttempo ins Presswerk. Wir sahen die Produktionsschritte von der Rolle Blech über Hunderte von Robotern, die die Bleche schneiden und zu Autoteilen pressen, bis hin zur Endmontage und erlebten Stück für Stück wie ein Auto entsteht. Wir erfuhren, dass täglich ca. 1800 Autos produziert werden. Es wird nicht auf Halde produziert, sondern nur auf Bestellung, die international abläuft. So kommt es nicht selten vor, dass vor einem Wagen, der beispielsweise nach Österreich geliefert wird, ein Wagen produziert wird, der an einen britischen Käufer (mit Rechtslenkung) gehen wird. Wir wurden auch mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass die Roboter, deren Einführung auf dem Gebiet des präzisen Schweißens einen hohen Fortschritt bedeutete, mit 3 Programmen ausgestattet werden können, so dass die Produktion von Ford Fusion und Fiesta sowie die Herstellung von Drei- und Fünftürer parallel ablaufen kann und das System nicht für unterschiedliche Autotypen und Ausstattungsmerkmale gänzlich umgestellt werden muss. Es gibt ca. 3000 verschiedene Ausstattungs- und Kombinationsmöglichkeiten für ein Modell. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt.

 

Natürlich gibt es neben den Robotern auch noch menschliche Mitarbeiter, die die Produktion trotz allen technischen Fortschritts regelmäßig kontrollieren und auch mal Zeit finden, Schülern in einem Besucherbus zuzuwinken, aus dem wir natürlich auch mehrmals während unserer Tour aussteigen konnten. Es standen PCs zur Verfügung, an denen man bestimmte Produktionsprozesse simulieren konnte, wenn man sie nicht nur zum Flipper-Spielen nutzen wollte, was einige Schüler aber bevorzugten. Manche Arbeitsprozesse, die wir als Besucher oft als sehr monoton empfanden, wurden durch punktuell eingespielte Jingles aufgelockert – aber nur wir empfanden dies als Auflockerung, denn eigentlich bedeutet die kurze Musikeinspielung für die Arbeitsteams Stress, denn Jingle-Einspielung bedeutet für die Teammitglieder, dass sie hinter ihrem Produktionssoll zurückliegen und der siebte Mann einspringen muss. Bevor es nach ca. 2,5 Stunden zum Ausgangspunkt am Tor 3 zurückging, konnten wir einen technisch hochkomplexen und von Robotern ausgeführten Vorgang beobachten: die „Hochzeit“, d.h. die automatisierte Verbindung von Karosserie und Chassis.

 

Insgesamt waren wir uns alle einig, dass dies ein sehr informativer Tag war und wir viele Eindrücke von den teilweise sehr harten Arbeitsbedingungen (Hitze, Lautstärke, teilweise Monotonie und Gefährlichkeit, Zeitdruck) in den Produktionsstätten bekommen hatten.

Die Schüler können also gespannt sein auf den 17. April 2010, denn dann wird Herr Kellerwessel sicherlich wieder mit einem nagelneuen Ford vorfahren. Bevor die neueste Elektronik im Fahrzeug bewundert werden wird, werden sich die Schüler dann vielleicht auch an den Produktionsprozess und die „Hochzeit“ beim Besuch in Köln-Niehl erinnern.

       

 

 

 

 


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